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Zweigeteiltes Bild: See mit Holzhütte, 2 Fahrradfahrer oberhalb des Kloster Ettal

Neue barrierefreie Bahnstation in Saulgrub eingeweiht

„Ankommen – Aussteigen – sich wohl fühlen“.

So stellt man sich den perfekten Urlaub vor. Für viele unsere Gäste beginnt das ab sofort schon mit dem Verlassen des Zuges am Saulgruber Bahnhof. Denn die Haltestation wurde nun barrierefrei umgestaltet und am 24. Juni eingeweiht. Zwar konnte die Einweihungsfeier Corona bedingt nur im Rahmen eines kleinen Pressetermins stattfinden, jedoch mit hohem Besuch aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. Staatssekretär Klaus Holetschek kam persönlich nach Saulgrub und würdigte die barrierefreie Umgestaltung, die von Bund und Land mit 800 Tausend Euro finanziert wurde.

Garmisch-Partenkirchens Landrat Anton Speer betonte einmal mehr die Bedeutung der Gemeinde Saulgrub für den Landkreis, die mit dem AURA-HOTEL ein Vorzeigehotel zu gezielter Barrierefreiheit hat und auch zukünftig werden weitere Projekte für den Ausbau der barrierefreien Infrastruktur gefördert.
Saulgrubs 1. Bürgermeister Rupert Speer freut sich über diese zukunftsweisende Modernisierung der Bahnanlage und wünscht sich eine ebensolche auch für den Bahnhof im Ortsteil Altenau.

Die Landesvorsitzende des BBSB e.V., Judith Faltl, schildert anschaulich wie wichtig diese Bahnverbindung für den Bestand unseres AURA-HOTEL ist und wie wichtig die Sicherheit an den Bahngleisen sowie beim Aus- und Einsteigen in die Züge für Menschen mit Beeinträchtigungen ist. In Ergänzung durch die Smart Info App, die Fußgängernavigation für den Weg zum AURA-HOTEL, so Kerstin Skudrin, können nun unsere Gäste angenehm und sicher anreisen. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgte durch den Regionalbereichsleiter der Deutschen Bahn, Andreas Rudolf, der auch das Zertifikat „Bayern barrierefrei“ entgegen nehmen durfte.

Die Anwesenden konnten sich gleich selbst von dem Mehrwert der neuen Station überzeugen, da während der Einweihung ein Zug in den Bahnhof einfuhr und ein Fahrgast mit einem Rollator ausstieg. Durch den neuen stufenlosen Zustieg konnte der mobilitätseingeschränkte Zugreisende ebenerdig und sicher den Zug verlassen. Zukünftig werden aber auch Fahrgäste mit Rollkoffern, Kinderwagen oder Fahrrad von der Erhöhung des 80 Meter langen Außenbahnsteigs profitieren.

Besonders für unsere blinden und sehbehinderten Gäste, die den überwiegenden Übernachtungsanteil der Gemeinde Saulgrub ausmachen, bringen die Umbauten nur Vorteile. Neben der Stufenfreien und abschließenden Trittschiene zwischen Zug und Bahnsteig erleichtert danach direkt ein Geländer die Orientierung, wie auch die neuen Leitrillen im Bodenbereich. Auch der überdachte und zu drei Seiten geschlossene Wartebereich mit Bank, bietet mehr Komfort bis der Zug die Haltestation anfährt.

Den Anstoß zum barrierefreien Umbau in Saulgrub gab der damalige Verkehrsminister und jetzige CSU Landesgruppenchef Alexander Dobrindt und der Landtagsabgeordnete Harald Kühn. Im Rahmen des „Zukunftsinvestitionsprogramms Barrierefreiheit“ finanzieren der Bund und der Freistaat Bayern auch solche kleineren Haltestationen mit weniger als 1000 Ein- und Aussteigern und sorgen dadurch für Verbesserung der bestehenden Strukturen und mehr Sicherheit.

Ein echter Mehrwert für alle Zugreisenden die das schöne Ammertal besuchen.

 

Am Hang gelegen ist der Ort mit der St. Franziskuskirche und dem markanten Bergfriedhof

Historisches

Der Bahnhof Saulgrub ist der baulich interessanteste und mit 859 m der höchstgelegene der Ammergauer Bahn.

Der unter Denkmalschutz stehende Mansardendachbau mit geschlemmten, ziegelsichtigen Flachsatteldachanbau ist ein Entwurf des Architekten Emanuel von Seidl (1856-1919), der mit seinen Bauten maßgeblich das Erscheinungsbild im „Blauen Land“ und besonders in Murnau geprägt hat.

Im April 1900 wurde die Bahnstrecke Murnau-Saulgrub-Oberammergau zunächst mit Dampflokomotiven eröffnet. Die Strecke wurde von 1898 – 1900 erbaut, wobei in Saulgrub viele Arbeiter, zum größten Teil Italiener, Quartier bezogen. Der Hügel am Kälberanger, der sich bis zum alten Feuerhaus hinzog, wurde vollständig abgegraben und mit dem Abraum-Material der Bahnhofsplatz mit Ladehof angelegt.

Am 1. Januar 1905 wurde der elektrifizierte Bahnbetrieb, gespeist vom naheliegenden Kraftwerk Kammerl aufgenommen. Die Ammergaubahn war die erste mit Einphasen-Wechselstrom niedriger Frequenz betriebene Eisenbahn Deutschlands.

Der Bahnhof Saulgrub war mit dem längsten Kreuzungsgleis der Strecke ausgestattet. Die Gleise verliefen östlich weit hinter die Bahnsteiggrenze bis zum Mühlbachdurchlass. Somit war Saulgrub ein wichtiger Kreuzungsbahnhof, zumal dieser wegen der Schrankenbedienung auch besetzt und signalgesichert war.

Für Sonderzüge wurde der Bahnhof gerne genutzt. In den 80ern wurde das Ausweichgleis und das Ladegleis ausgebaut, Saulgrub verkam nach dem Umbau der Schrankenanlage 2008 zum unbesetzten Haltepunkt. Seit 2015 befindet sich das Bahnhofgebäude in privaten Besitz.