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Schöner Bahnhof dank AURA-HOTEL

Bericht vom 23. April 2020 aus dem Garmisch-Partenkirchner Tagblatt von Ludwig Hutter

DEUTSCHE BAHN: Start für barrierefreien Ausbau der Haltestation – 800 000 Euro Gesamtkosten

Was man an dem nahen AURA-HOTEL hat, weiß man in der Gemeinde Saulgrub wohl zu schätzen: Gewerbesteuereinnahmen, wichtiger Arbeitgeber, Aufbesserung der Tourismuszahlen und Verstärkung des Bekanntheitsgrades von Saulgrub sind wichtige Pfunde, mit denen die Einrichtung für blinde und sehbehinderte Menschen wuchern kann. Jetzt kommt ein weiterer Baustein hinzu. Am örtlichen Bahnhof an der Zugstrecke Oberammergau-Murnau haben die Arbeiten zum barrierefreien Ausbau des Haltepunkts begonnen, und das in erster Linie deswegen, weil sich dort die Erholungseinrichtung für Sehbehinderte und Blinde, nämlich das AURA-HOTEL, befindet. Gäste reisen häufig mit dem Zug an.

Der Ausbau fällt in das von Bund und Freistaat finanzierte „Zukunftsinvestitionsprogramm Barrierefreiheit“. Damit wird der barrierefreie Ausbau mehrerer kleiner Stationen in Bayern mit weniger als 1000 Ein- und Aussteigern finanziert, wie ein Bahnsprecher erklärt. Darunter fällt auch die Ammergau-Bahn.
Was soll nun genau gemacht werden? Der 80 Meter lange Außenbahnsteig am Saulgruber Bahnhof wird auf seiner ganzen Länge von bisher 38 auf 76 Zentimeter erhöht. Das ermöglicht nicht nur Rollstuhlfahrern oder mobilitätseingeschränkten Fahrgästen einen stufenfreien Einstieg in die Züge, sondern auch Fahrgästen mit Rollkoffern, Kinderwagen oder Fahrrad. Im Zuge des Umbaus werden auch der Bahnsteigbelag, das Wetterschutzhäuschen und die Bahnsteigausstattung erneuert. Außerdem gibt es für sehbehinderte Fahrgäste ein Blindenleitsystem.

Die Investition von geschätzten Gesamtkosten von 800 00 Euro teilen sich jeweils zur Hälfte der Bund und das Land. Eine Inbetriebnahme des neuen Bahnsteigs ist für Mitte Juni vorgesehen. Dann wird an der historischen Lokalbahnstrecke nach den Stationen Oberammergau, Unterammergau und Bad Kohlgrub die vierte Station barrierefrei ausgebaut sein. Die Bahnhöfe als solches hat die Deutsche Bahn bereits abgestoßen, weil sie aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht mehr benötigt werden. Sämtliche Bahnhofsgebäude an dieser Strecke seien „an Dritte verkauft worden“, so der Sprecher der Bahn.

Die Verbesserung der Service-Qualität ist sicherlich ein weiterer Baustein für den Erhalt der Strecke, auch wenn darüber, ob eine Linie ausgebaut oder womöglich stillgelegt wird, nicht die Deutsche Bahn entscheidet. Vielmehr legt im Freistaat die Bayerische Eisenbahngesellschaft fest, ob und in welchem Takt Züge auf den verschiedenen Strecken verkehren.