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Tag der Begegnung – ein voller Erfolg

Pressebericht: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 15. Oktober 2018

Abbau der Barrieren in den Köpfen

Riesenandrang beim „Tag der Begegnung“ im AURA-HOTEL Saulgrub

Saulgrub. Die große Wiese ist zur Mittagszeit schon voll geparkt. Riesiger Andrang herrscht am Sonntag beim „Tag der Begegnung“ rund um das AURA-HOTEL. Die Veranstaltung findet im Rahmen der bundesweiten „Woche des Sehens“ statt, in der Augenärzte, Selbsthilfeorganisationen und internationale Hilfswerke durch eine Vielzahl von Aktionen auf die Bedeutung guten Sehvermögens sowie die Situation sehbehinderter und blinder Menschen aufmerksam machen wollen.

Für ein solches Fest, das blinde, sehbehinderte und sehende Menschen aller Altersgruppen zusammenführen soll, könnte es wohl kaum einen passenderen Ort geben als das AURA-HOTEL. Hausherrin Kerstin Skudrin freut sich sichtlich, die zahlreich erschienenen kleinen und großen Besucher, viele davon festlich in Tracht, begrüßen zu können. Diese große Resonanz hat sich im Vorfeld schon angedeutet, als die Bereitschaft aller Ortsvereine Saulgrubs wie die zahlreicher Nachbargemeinden, diesen besonderen Tag mit zu gestalten, sichtbar wurde.

Und das Programm, das bei prachtvollstem Herbstwetter über die Bühne des weitläufigen AURA-Areals geht, kann sich wirklich sehen lassen. Den musikalischen Auftakt macht frisch und beschwingt die Altenauer Musikkapelle, unterstützt von den Plattlerkindern des Trachtenvereins Saulgrub. Einen Hauch große weite Welt bringt darauf die Trommlerformation Sakuri No Ki Daiko aus Frankfurt ins beschauliche Ammertal. Und wer nun männliche Musiker erwartet hatte, wird von einem Damen-Trio überrascht. An Kraft können es diese mit männlichen Trommlern ohne weiteres aufnehmen; an Eleganz dürften sie sie übertreffen. Durch Mark und Bein gehen diese archaischen Trommelschläge, lassen die Töne mit allen Sinnen fühlbar werden.

Die Musikkapelle Altenau spielen auf der überdachten Bühne.

Musikkapelle Altenau @SabineNaeher

 

Derweil hat die Bergwacht Kohlgrub den Kletterfelsen frei gegeben; jede Menge mutiger Mädels und Buben stehen Schlange, um in luftige Höhen hinauf zu klettern. Droben angelangt, wird stürmisch die Glocke geläutet – und hinunter geht’s, gut abgesichert von erfahrenen Bergwachtlern. Gleich nebenan lädt die Freiwillige Feuerwehr Saulgrub zum Ziel-Wasserlöschen. Auch das findet zahlreiche Interessenten. Die kleineren Geschwister der Nachwuchskletterer und -feuerwehrler vergnügen sich derweil auf der riesigen Hüpfburg.

Ein Junge in Tracht und mit Hut erklimmt den oberen Teil eines Kletterturms.

Kinder dürfen an der Station der Feuerwehr ein kleines Holzhaus mit dem Wasserschlauch "löschen".

Auch für Kinder gab es ein buntes Programm@SabineNaeher

 

Neben diesen Kindervergnügungen werden aber auch zahlreiche Aktionen angeboten, die dem besonderen Anspruch des Tages gerecht werden. Kerstin Skudrin zählt sie in ihrer Begrüßungsrede auf: An verschiedenen Stationen können sich Sehende einmal in die Welt der sehbehinderten Menschen einfühlen. Dazu setzt man eine dunkle Brille auf und versucht, Dinge zu ertasten – besonders eindrucksvoll dabei ein Modell des Schlosses Neuschwanstein. Oder man versucht, auf diese Weise „Mensch ärgere dich nicht“ zu spielen oder zu radeln. Letzteres unter Aufsicht der erfahrenen Begleiter, die die Gäste des AURA-HOTELS bei diesen Aktivitäten betreuen. „Man kann aber auch in unserer Dunkelbar einen Cocktail trinken. Und hernach aus seiner Geldbörse bezahlen, ohne zu sehen, womit“, kündigt Skudrin verschmitzt eine ganz besondere Erfahrungsmöglichkeit an.

Zwei Männer und eine junge Frau tragen Augenbinden und ertasten ein Modell von Neuschwanstein

Beim Tastparcours konnten die Besucher mit Augenbinden eigene Erfahrungen machen. @SabineNaeher

 

Daneben lockt eine Tombola mit sage und schreibe 1000 Preisen, die allesamt von Sponsoren gestiftet wurden. Ehe die Musikbeiträge auf der Bühne fortgesetzt werden von den „Ammertaler Nervensägen“, einem Streicherensemble der Oberammergauer Musikschule, und der „Hennastoi Musi“, einer jungen Formation aus Saulgrub mit Unterstützung des blinden Trompeters Gisbert Müller, hat die Politik das Wort. In Vertretung der Schirmherrin Kerstin Schreyer, der bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, begrüßt Ministerialdirigent Burkard Rappl die Gäste. Er betont, welch hohen Stellenwert die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der bayerischen Sozialpolitik einnehme. Dass dieser „Tag der Begegnung“ im AURA-HOTEL stattfinde, freue ihn besonders. „Denn das Haus ist bayernweit einmalig und hat bundesweit Vorbildcharakter“, lobt Rappl. „Und ein solch gelungenes Fest ist ein Beitrag zum Abbau der Barrieren in den Köpfen.“ Auch der Landtagsabgeordnete Harald Kühn äußert sich begeistert über das vielfältige Angebot. Dass sich ein Haus wie das AURA-HOTEL nach außen öffne und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme biete, sei von größter Wichtigkeit.

Gruppenbild vor dem AURA-Hotel Logo mit Direktorin Kerstin Skudrin, Dr. Stefan Insam, stellv. Landesvorsitzender des BBSB e.V. daneben Judith Faltl, Landesvorsitzende des BBSB e.V. und Ministerialdirigent Burkard Rappl. @SabineNaeher

 

Dann gehört die Bühne wieder den Musikern. Später wird noch die „Bach Bänd“ auftreten und die mit Spannung erwarteten Hauptpreise der Tombola vergeben. Ein rundum gelungener, toller Tag! Dessen Erlöse zudem bei der Finanzierung eines neuen Kleinbusses helfen sollen, den das Hotel für sein viel gelobtes Gästeprogramm mit Ausflügen in die Umgebung dringend benötigt.

Text: Sabine Näher