Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Wetter für Saulgrub Nebel
Heute
  • Anfahrt
  • Kontakt
Zweigeteiltes Bild: See mit Holzhütte, 2 Fahrradfahrer oberhalb des Kloster Ettal

Fit For Future 2018

Drei erfolgreiche Tage rund um den Job

29 hoch motivierte blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler, ihre begeisterten Eltern und Angehörige, 46 engagierte Referentinnen und Referenten sowie Netzwerkpartner verschiedener Einrichtungen und Behörden, Erzieher, Lehrkräfte und Schulbegleitungen sowie das zufriedene Organisationsteam des BBSB unter der Leitung von Gerd Schopp, Anca Ursu und Klaus Weber – diese lebhafte Teilnehmerzusammensetzung steht für den diesjährigen Erfolg des dreitägigen Seminars zur vertieften Berufsorientierung Fit For Future 2018.

Hilfreiche Informationen zur Berufsfindung

Die Rückmeldungen der Eltern und Schüler waren durchweg sehr positiv, so dass zu erwarten ist, dass sowohl die vielfältigen Informationen als auch der gelungene Austausch der Eltern und Schüler untereinander für den weiteren Berufsfindungsprozess sehr hilfreich sein werden.

Besonders tiefgreifend werden sich auch in diesem Jahr wieder sowohl bei den Eltern als auch bei den Jugendlichen die Eindrücke niederschlagen, die sie im Kontakt mit den vielen jungen sehbehinderten und blinden Arbeitnehmern in Einzelgesprächen, Workshops, im Rahmen eines Patenprogrammes und bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung gesammelt haben. Das Seminar bietet hier die einmalige Gelegenheit, Anforderungen und Chancen des Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarktes zu vermitteln und sie mit sehr positiven individuellen „Geschichten“ und Persönlichkeiten zu verbinden, die wirklich als Vorbilder wahrgenommen werden können.

Jährliches Angebot

Der BBSB führt das Seminar Fit For Future entsprechend einem jährlich abgestimmten, qualifizierten und praxisbezogenen Programm durch. Denn die Berufsorientierung muss unseres Erachtens bei von Sehbehinderung oder Blindheit betroffenen Jugendlichen in besonderem Maße begleitet und unterstützt werden. Fit For Future (kurz FFF) dient der Förderung eines reibungslosen Übergangs von der Schule zur Ausbildung sowie von der Ausbildung zum Beruf.

Das Seminar zur vertieften Berufsorientierung richtet sich sowohl an Jugendliche mit mehrfachem Förderbedarf als auch an Teilnehmer/innen, welche an weiterführenden Schulen und Studienberufen interessiert sind. Es zeigt mögliche Wege in Ausbildung und Arbeit trotz Seheinschränkung auf, ermutigt, motiviert und gibt „Perspektive“. Den Schüler/innen wird im Rahmen von FFF eine berufliche Orientierung gegeben. Dabei werden auch Grenzen deutlich gemacht, verbunden mit dem Ziel, neue Türen zu öffnen.

Gleichzeitig ermöglicht FFF den Austausch der verschiedenen Einrichtungen untereinander und bietet die Chance zur Vernetzung.

Fit For Future vom Mittwoch 21. März – Freitag 23. März 2018 im AURA-HOTEL Saulgrub

Am 21. März reisten die sehbehinderten und blinden Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klassen der Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien, gemeinsam mit ihren Eltern, Angehörigen, Erziehern und Lehrkräften bis zum Mittagessen an. Die Teilnehmer/innen kamen sowohl aus den Bayerischen Förderzentren mit Förderschwerpunkt Sehen als auch aus Regelschulen mit integrativer Beschulung.

Nach einer Hausführung und einigen organisatorischen Hinweisen fiel die Klappe und Fit For Future 2018 war live on Air. Die inhaltliche Gestaltung von Fit For Future erfolgte anhand eines überarbeiteten Konzepts.

Dabei stand die Vorstellung für die Zielgruppe geeigneter Berufsbilder von selbst Betroffenen im Vordergrund.

Es wurden folgende Berufe vorgestellt:

  • Assistent/in für Ernährung und Versorgung
  • Zerspanungsmechaniker/in
  • Bürsten- und Besenmacher/in
  • Duales Studium Wirtschaftsinformatik
  • IT-Kaufmann/frau
  • Fachinformatiker/in
  • Chor- und Ensemble-Leiter/in
  • Alltagsbetreuer/in
  • Kaufmann/frau für Dialogmarketing
  • Verkäufer/in/Einzelhandelskaufmann/frau
  • Beamte/r im nichttechnischen mittleren Dienst
  • Studium Bachelor of Arts Medizinalfachberufe
  • Soziale Arbeit/Sozialpädagogik
  • Physiotherapeut/in/Masseur/in
  • Gärtner/in
  • Rechtsanwaltsfachangestellter/e

Diese wurden von selbst blinden und sehbehinderten jungen Referentinnen und Referenten, die sich in der jeweiligen Ausbildung befinden oder bereits in den ersten Arbeitsmarkt integriert sind, durchgeführt. Die selbst betroffenen jungen Referent/innen vermittelten die wahre Begeisterung für ihren Beruf. Hierbei wurden Zugangsvoraussetzungen, typischer Arbeitsalltag sowie mit der Seheinschränkung verbundene Besonderheiten besprochen. Dass die Berufsbilder von selbst Betroffenen vorgestellt werden, ist sowohl für die Schüler, als auch für die Eltern/Angehörigen sehr wichtig.

Gedanken zum Übergang

Wie immer kam der Basisvortrag Gedanken zum Übergang Schule – Beruf sowohl bei Eltern als auch bei Schülern sehr gut an. Dabei wurden mögliche Ausbildungswege sowohl für Schüler/innen mit hohen Schulabschlüssen als auch mit niedrigerem oder ohne Schulabschluss aufgezeigt.

Die Basisvorträge Überblick über verschiedene Berufswege speziell für die Eltern informierten über Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit Ausbildungsförderung.

Da die berufsvorbereitenden Maßnahmen BvB und BvJ Möglichkeiten für alle Schüler/innen bieten können, bildete das Referat Kurzüberblick über verschiedene Berufswege den Einstieg in das Thema Berufliche Möglichkeiten im Überblick. Die anschließende Vorstellung jugendlicher Referenten, die diese Wege aktuell gehen, rundete den Vortrag ab.

Über den Seminarzeitraum verteilt wurden in drei Blöcken insgesamt 21 Berufsbilder, weiterführende Schulen und Studiengänge sowie Berufswege vorgestellt.

Markt der Möglichkeiten

Als wichtiges Instrument zum Austausch aller Beteiligten fand die Messe Markt der Möglichkeiten unter reger Ausstellerbeteiligung statt. Zahlreiche Vertreter von Werkstätten, Netzwerkpartnern und Einrichtungen wie z.B. Bundesagentur für Arbeit, SWW oder Vertretern des Integrationsfachdienstes aus dem Bereich Übergang Schule-Beruf standen genauso, wie die vielen Ansprechpartner der blinden- und sehbehindertenspezifischen Berufsbildungswerke gerne für Gespräche und Beratung zur Verfügung.

Zahlreiche Workshops

Abgerundet, wurde Fit For Future mit mehreren Workshops. Blinde und sehbehinderte junge Erwachsene (Mitglieder des Arbeitskreises Jugend und Ausbildung) gaben im Rahmen des Bewerbungstrainings ihre Erfahrungen zu Bewerbung und Vorstellungsgesprächen weiter. Die Teilnehmer nutzten aktiv und mit Spaß die Möglichkeit, das Gelernte in Rollenspielen praktisch umzusetzen.

Unter der Anleitung sehbehinderter junger Erwachsener des „Arbeitskreises Jungend und Ausbildung“ mit eigenen Erfahrungen auf dem Weg Übergang Schule/Beruf, setzten sich die Schüler/innen mit ihrer Sehbehinderung und damit verbundenen Schwierigkeiten und besonderen Herausforderungen im Ausbildungs- und Arbeitsleben auseinander. Die Eltern wurden in einem eigenen Workshop unter der gleichen Leitung aus Sicht der jungen Erwachsenen dafür sensibilisiert, wie sie ihre Kinder auf dem Weg ins Arbeitsleben begleiten können.

Es wurde bei Fit For Future 2018 gezielt die Entstehung von langfristigen Patenschaften – über die Dauer von FFF hinaus – zwischen den anwesenden selbst betroffenen Referent/innen und Schüler/innen gefördert. In lockerer Atmosphäre fand ein moderiertes Kennenlernen zum Schmelzen des Eises statt. Im Verlauf des Seminars gab es dann weitere halbstündige „Zwischenstopps“ mit den Paten und viele Möglichkeiten zum Austausch im Rahmen des Freizeitprogrammes, z.B. beim Kegeln und Showdown spielen oder beim gemütlichen Beisammensein im Bistro.

In der abschließenden Podiumsdiskussion stellten sich der langjährige Personalleiter, eine Sozialpädagogin im Mobilen Sonderpädagogischen Dienst einer Sehbehinderteneinrichtung, eine Referentin vom Arbeitskreis Elternarbeit, sowie der Geschäftsführer des BBSB den Fragen der Moderatorin zum Thema „Rund um den Übergang Schule/Beruf“.

Positives Feedback

In der gemeinsamen Feedbackrunde mit allen Teilnehmer/innen des diesjährigen Seminars, wurde sowohl von Seiten der Eltern als auch der Jugendlichen die große Begeisterung und auch der Dank für diese Veranstaltung nochmals deutlich zum Ausdruck gebracht. Die Rückläufer der Auswertungsbögen bestätigen, dass Fit for Future eine wertvolle, informative und einmalig wichtige Veranstaltung ist, die deshalb unbedingt weiter geführt werden sollte.

Die Kosten für Übernachtung mit Vollpension für alle Schülerinnen und Schüler und einem Elternteil trägt abzüglich eines Teilnehmerbeitrages von 95 € der BBSB aus eigenen Mitteln. Ebenso finanziert der BBSB die Umsetzung der erforderlichen Unterlagen in für die Teilnehmer/innen wahrnehmbare Formen (Schwarzschrift, Maxidruck, Punktvollschrift und Punktkurzschrift).

Dabei ist der BBSB stets bemüht, Fördergelder über Stiftungen für Fit For Future zu erhalten.

Die Seminarleitung oblag dem Landesvorstandsmitglied Gerd Schopp. Die Organisation unterstützte Anca Ursu, Fachberaterin der Sozialabteilung Oberfranken und Unterfranken-Aschaffenburg und Klaus Weber von der Sozialabteilung Mittelfranken und Unterfranken-Würzburg in Zusammenarbeit mit dem AK Jugend und Ausbildung des BBSB.

 

Bericht: Judith Faltl, Landesvorsitzende des BBSB e.V.